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Mützchen 22. Dezember
2004

Mein
kleiner schwarzer Diamant ... mein Mützchen

erst
heute - nach einem Jahr kann ich mich daran wagen zu schreiben.
Fast ein Jahr ist vergangen in dem ich jeden Tag an Dich dachte -
in meinem Herzen bist Du sowieso fest verankert. Deine Wärme und
Liebe spüre ich täglich und sie gibt mir die Kraft die Dinge
zutun, die ich tue.
Durch
Dich schaffe ich es all die Kraft und Energie aufzubringen, die
ich für mein Werk - das für mich zur Berufung wurde -
Du
wolltest so gern leben, hast soviel überwunden und den Weg
hierher geschafft. Direkt als ich Dich sah, ging es wie ein Blitz
in mein
Herz - dieser Blitz brannte Dich in mich hinein. Noch wusste ich nicht warum - doch ich sollte es bald wissen - mein
kleiner Schatz,
Dir war keine lange Zeit hier bei uns auf Erden
zugedacht - warum ... das frage ich mich immer wieder ...Du warst
so glücklich, wolltest
sooo gerne leben, hattest doch soviel
Spaß und Freude und viele Menschen, die Dich lieb hatten und noch
haben.
Du
warst eine Kämpferin - hast immer alles mitgemacht, alles über
Dich ergehen lassen, weil Du wusstest, dass wir Dir helfen
wollten.
Vertauensvoll hast Du auf meinem Schoß gesessen, wenn
wir Auto fahren mussten. Hast es sogar genossen und Dich dabei in
meinen Arm
gekuschelt und hin und wieder aus dem Fenster geschaut,
meine Hand genommen, die ja eigentlich lenken sollte, und Dein
Köpfchen daran
geschmiegt. Und immer wenn wir dann wieder Zuhause
waren, haben wir erst einmal ausgiebig gekuschelt, dann hast Du so
gern die
Spritze genommen mit der ich Dich gefüttert habe. Hast
mir immer gesagt was Du gerade gern möchtest und warst immer
geduldig mit
allem und jedem.
Auch
als ich Dich an einem Tag für eine Stunde allein lassen musste,
hast Du brav auf Deinem Plätzchen gelegen und Mioh hat auf Dich
aufgepaßt.
Sie legte sich wie ein Schal um Dich herum und blieb
so lange bei Dir, bis ich wieder Zuhause war. Ich eilte mich, weil
ich Sorge hatte - aber
das war gar nicht nötig.

Ich
liebte es, wenn Du Dich nachts auf meinen Kopf wie ein kleines
Mützchen gelegt hast, mit Deinen Pfötchen meine Augen
berührtest
und mit einem sanften Seufzer einschliefst -
eigentlich war doch alles in Ordnung, auch wenn Du eine
Behinderung hattest - uns störte
sie nicht.
Doch
in Deinem Köpfchen wütete etwas, was wir nicht erklären konnten
- alle Untersuchungen ergaben nichts - und doch bekamst Du immer
wieder diese Anfälle in denen ich Dich dann ganz schnell zu mir
nahm, Dich beruhigte, was auch immer geklappt hatte. Dann warst Du
wieder ruhig und hast Dich in meine Arme gekuschelt und mich mit
Deinen wunderschönen Augen angesehen ...
Dann
war wieder alles in Ordnung ...
In
unserer letzten Nacht war der Anfall aber so heftig, ich konnte
Dich nicht beruhigen - rief in meiner Angst unseren Doktor an und
wir
sollten sofort kommen. Es war nach halb vier Uhr morgens und
wir fuhren los , aber wir waren noch keine zehn Minuten unterwegs
da
spürte ich wie Du von mir gingst ... mein kleiner Schatz, nun
sitze ich hier wieder und weine - es ist, als ob ich es noch
einmal erlebe ...
ganz still und leise gingst Du auf Deinen leisen
Pfötchen - so sanft, so zart, wie Du selbst. Wie lange wir noch am
Seitenstreifen standen
und ich Dich in Armen hielt, ich weiß es
nicht - ich wollte Dich nicht gehen lassen, aber ich konnte es
nicht verhindern.
Dann
fuhren wir nach Hause und ich legte Dich neben mich ins Bett - so wie wir
immer gern gemeinsam gekuschelt haben. Hielt Dich
in meinen Armen,
als könnte ich Dich noch schützen. Mein Gesicht an Dein
Köpfchen gelegt. So lagen wir noch die restliche Nacht
beisammen
und ich hatte das Gefühl, Dir meine Wärme und Liebe noch mit auf
den Weg geben zu können.
Am
Morgen war Dein kleines Köperchen schon im tiefen Schlaf. Ich
hüllte Dich in Deine Lieblingsdecke mit Deinem kleinen Freund,
dem Eisbären. Du solltest es weich haben.
Alle anderen Fellchen sind während dessen zu Dir gekommen und
haben Abschied von
Dir genommen - sie kamen, schauten und es sah
aus, als würden sie Dir noch einen letzten Kuss mit auf den Weg
geben.
Nun
schläfst Du bereits seit fast einem Jahr in Deinem Erdbettchen
neben unseren anderen kleinen Sternchen die uns schon verlassen
haben.
Es tut noch immer sehr weh, doch im gleichen Moment spüre
ich einen Frieden und eine Wärme in mir, die ihr mir wohl gebt.
Mein
kleiner schwarzer Diamant ... ich danke Dir für alles, ich
vermisse Dich so sehr ... doch ich werde mit einem sanften,
stillen Lächeln,
mit der Kraft und Energie die Du mir gibst
weiter kämpfen - für die, die hier sind und die, die noch kommen
werden. Und immer
werde ich Dich dann bei mir haben und wissen,
dass Du bei mir bist.
Auf
Wiedersehen mein kleiner leuchtender Sternen-Diamant
  
Deine Mama

Ich werde Dich immer lieben und
spüren
Mönchengladbach, 20. Dezember 2005
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© Sternenfellchen
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