Delta 

Delta, mein kleines Leben

Hallo, lasst mich von meinem kleinen Leben erzählen:

Im Bauch meiner Mama spürte ich schon quälenden Hunger - laaaange Wochen. Dann plötzlich, da war was! Ein Arm, nein, zwei Arme. Menschliche Arme!!!
Hey, liebevolle Arme von einem Zweibeiner??? Hmmmm, naja, wenn meine Mami das gut findet... Diese Zweibeinerin war gar nicht  sooo übel: meine Mami bekam ein geschütztes Plätzchen und vier Mal am Tag gutes Essen.

Da war auch noch eine andere Zweibeinerin, die auch so lieb zu Mami war. Uiiii, das haben meine Geschwisterchen und ich gemerkt. Na, was soll ich euch sagen: nach einer Woche wollten wir diese Zweibeiner kennen lernen und haben beschlossen, das Licht dieser Welt zu erblicken!

Kaum waren wir da, hat man uns auch schon Namen gegeben:
Alpha (ein schönes schwarz befelltes Mädchen), Bravo (Tricolor, auch ein Mädchen), Charlie (goldfarben und schwarz getigert), noch ein Mädchen und ich, "Delta" (silber-schwarz getigert, wunderschön) und ebenfalls ein Mädchen! Ein richtiges "Vier-Mädel-Haus" Unsere Mama war aber noch viel zu jung, als sie uns bekommen hat, selbst noch ein Katzenkind.

Klar, dass sie uns nicht nach Katzenart füttern konnte - die Milch reichte einfach nicht.
Aber da waren doch die beiden Zweibeinerinnen. (später waren das die „Dosis“ und die "Liebhabis"). Sie haben dafür gesorgt, dass wir satt wurden: mit Eigelb, Milch, Vitaminpaste (extra aus Deutschland eingeflogen), "Menschenbabyfutter" - *hihihi* - ist auch für uns nicht schlecht. 

Gewohnt haben wir die ganze Zeit über in einem kleinen Verschlag, in dem unsere Kiste (natürlich mit Kissen und Wollpullovern gepolstert) stand. An der Verschlagtüre haben die beiden Zweibeinerinnen noch einen Karton befestigt, damit uns der Wind nichts anhaben kann. Huiiii, das war ein tolles Katzenbabyleben! 

Unsere Mami war nicht so richtig begeistert von uns. Naja, war sie auch noch nicht so richtig alt genug um "Mami" zu sein. Irgendwie war sie froh, wenn wir ihr nicht zu nahe rückten.

Dann musste sie eine Zweibeinerin (Jannet) zurück in ihre Heimat - "England", das ist wohl schrecklich weit?Die andere Zweibeinerin, die immer so lieb zu uns war, sagte, dass wir nicht da bleiben können, wo wir bisher wohnten, weil es da Menschen gäbe, denen "unser Verschlag" gehört und die uns da weg haben wollen.

Aber Gila (Zweibeinerin) hatte eine Idee: sie brachte uns alle in ein Katzenheim. Hey, da wohnten wir in einer ganz eigenen "Wohnung" 

Doch dann wurde unsere Mami krank, sehr krank.
Gila kam nach ein paar Tagen wieder um nach uns zu sehen und nahm die Mami mit. Sie sagte uns, dass Mami dringend Hilfe braucht und wir ja schon alleine bleiben können.
Na klar, wir waren ja auch schon groooße Katzen, schon 12 Wochen alt! Da brauchen wir "so 'ne Mami" eigentlich nicht mehr. Na gut. Schwesterchen "Bravo" hat ein paar Stunden geweint - diese Heulsuse, aber das kannten wir ja schon... hat sie doch in Almeria schon immer geweint, wenn Gila wieder wegging.
Irgendwie hat Klein-Charlie das Alles doch nicht verkraftet. Sie war schon die ganze Zeit das „Ömmelchen“ und hat fast nix gegessen,  kaum was getrunken und wir konnten dem "Biestchen" 
sagen, was wir wollten...
Eines Tages hat Monika (der Engel des Katzenheims) unsere Charlie mitgenommen und nicht mehr zurückgebracht...

Zwei Tage haben wir unser Schwesterchen gesucht, bis Gila kam und uns erklärt hat, dass Charlie unterwegs zur Regenbogenbrücke ist. Verstanden haben wir das zwar, aber Charlie fehlte uns trotzdem - mir besonders; hab doch mit Charlie so gerne  gekuschelt. 

Puhhhhh, dann wurde Bravo so krank: Schnupfen, Husten und Alles, was so dazu gehört: Fieber, Schüttelfrost, Durchfall und nix mehr essen wollen. *oh oh* Monika und Gila haben Bravo dann zum Doctore gebracht. Hey, das hat vielleicht gedauert bis sie wieder kam, aber dann ging es ihr echt wieder gut! 

Na frag mich nicht nach Alpha. Die, die ist topfit! 

Tja, so ging das ein paar Wochen lang.Auf einmal wurde ich schon tagsüber müde, hatte keine rechte Freude mehr am Spielen  und dann, dann tat mir auch noch mein Hals so schrecklich weh... Nein, nicht Halsschmerzen in der Art einer Grippe - das wär' ja noch gegangen, aber das war anderes, was ganz anderes...

Nun hatte ich auch noch plötzlich Halsschmerzen, Kopfschmerzen und irgendwie tat mir eigentlich alles weh. Gila kam am Montag und fuhr mit mir zum "Doc". Der erzählte was von einer bakteriellen Meningitis - was zum Henker das auch sein mochte. 
Auf jeden Fall: es tut weh!! Ich hatte Angst und war so  froh, dass Gila bei mir war; die Zweibeinerin, die ich von Beginn meines kleinen Lebens her kenne.(die Stimme, die Hand, der Geruch, das kenne ich alles, seit ich diese Welt erblickt habe, das ist mir vertraut)

Sie hält mich, wie sie mich von Anfang an gehalten hat - so lieb, so warm, so sanft. Ich fühle mich wohl bei ihr, kuschel mich in 
ihre Hände und sie sagt mir, wie lieb sie mich hat. Sie ist so nah bei mir, gibt mir einen Kuss, ist ganz still  und der Doc - er ist auch so ruhig... Hm, sicher wollen sie mich nicht stören. Ich bin ja auch sooooo müde, möchte nur noch schlafen, schlafen, schlafen - es tut so gut in Gila's Händen liegen zu dürfen. Es ist schön, dass ich jetzt nicht alleine bin und Gila sagt, ich brauche keine Angst zu haben. Nein Gila, ich habe keine Angst, Du bist doch bei mir!

Sieh mal, dort ist die Regenbogenbrücke! Dahinter wartet mein Schwesterchen Charlie auf mich!!
Ich habe keine Angst, keine Schmerzen mehr und ganz liebe Hände, die mich streicheln und mir zeigen, dass ich die geliebte Delta bin begleiten mich...

Nun werde ich ganz müde.... Gute Nacht, ich hab Euch lieb!!

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